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PRESSE: Westfälische Nachrichten vom 18.07.2000 Kleber aus Münster sichert ÖlplattformSpezialist zehn Tage in ArgentinienMünster. Ralph Weidling war schon in 63 Ländern. Auf einer großen Weltkarte in seinem Büro hat der junge Firmenchef die Auslandsaufenthalte markiert. Trotz seiner Reiseerfahrungen stellte ein Auftrag den Münsteraner jedoch vor ganz neue Herausforderungen. Zehn Tage verbrachte er auf einer Bohrinsel in der Magellanstraße im Süden Argentiniens. Seine Aufgabe war es, die drei Standbeine der Plattform niet- und nagelfest zu machen, damit diese nach Mittelamerika verschifft werden konnte. Seit drei Wochen ist der Münsteraner wieder zu Hause. Die Bohrinsel ist immer noch unterwegs. Ralph Weidling, zusammen mit seinem Vater Gerd Inhaber der münsterischen Firma WEICON, entwickelte für den ungewöhnlichen Auftrag einen speziellen Klebstoff. ,,Versicherungen übernehmen keine Transportgarantien, wenn die Standbeine nicht richtig befestigt sind", erläuterte der Juniorchef. Und die Förderanlagen die eine amerikanische Firma an die Ölkonzerne vermietet, sind gefragt: ,,Sie sind schon einige Jahre im Voraus ausgebucht", weiß Ralph Weidling. Schon die Anreise zu der Ölplattform Glomar Labrador I nahm einen Tag in Anspruch. Das benötigte Arbeitsmaterial, ein Container mit 2500 Kilogramm Material, schickte der Firmenchef per Frachtgut auf die Reise. Zusammen mit elf Mitarbeitern einer niederländischen Firma arbeitete Weidling auf der Bohrinsel. ,,Die drei Beine der Insel sind jeweils 124 Meter lang und 1100 Tonnen schwer", berichtete Ralph Weidling. Hat die Insel das Ölfeld erreicht, werden diese bis auf den Meeresgrund heruntergelassen, um der Plattform Standfestigkeit zu verleihen. Um sie verschiffen zu können, müssen die Beine jedoch zwangsläufig nach oben gefahren werden ,,Allein das Reinigen der Standbeine hat einen Tag gedauert", blickte Ralph Weidling zurück. Muscheln hatten sich an den Füßen festgesetzt. Neben der umfangreichen Säuberung gehörte das Anbringen von Stahlplatten zu den Vorbereitungsarbeiten. Zudem waren Sicherungsmaßnahmen erforderlich: ,,Wer bei der Strömung ins Wasser fällt, ist verloren". Erst nach fünf Tagen konnten die eigentlichen Arbeiten beginnen: „Dazu haben wir Giesharz in
Taschen gegossen. Die Taschen haben wir zuvor in den Spielraum zwischen den Beinen und ihren
Führungen eingelassen“, berichtete Ralph Weidling. Was bei einer Temperatur von maximal fünf
Grad auf der Südhalbkugel gar nicht mal einfach war. ,,Wir mussten Heizketten anbringen, um den
Arbeitsbereich auf 45 Grad zu erwärmen. Sonst lässt sich der Klebstoff nicht verarbeiten“ erklärt der
Fachmann. Nach dem Befüllen stand das Abdichten der verklebten Standbeine an. „Wenn die Insel in
in den nächsten Tagen die Küste Trinidads erreicht, lässt sich die Verankerung einfach durch das
Bewegen der Standbeine lösen“, sagte Ralph Weidling.
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