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Glossar

Fachbegriffe aus der Tribologie

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A

Additiv

Zusatz zu Schmierstoffen, Korrosionsschutz- und Wartungsprodukten zur Erzielung bestimmter Eigenschaften.

Alterung

Chemische Veränderung von Stoffen durch Einwirkung von Wärme, Licht und Sauerstoff über die Betriebszeit.

Ausbluten

Das im Schmierfett enthaltene Schmieröl wird von dem Seifengerüst getrennt. Das Ausbluten des Fettes an der Schmierstelle kann bedeuten, dass das Fett nicht genügend walkstabil und/oder temperaturbeständig ist.


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D

Drehzahlkennwert

Drehzahlkennwert ist ein Richtwert, bis zu welchen Umfangsgeschwindigkeiten Schmierstoffe in Wälzlagern eingesetzt werden können. Ergebnisse auf Fettprüfmaschinen, die Grundölviskosität und Praxiserfahrungen sind Grundlagen für die Angabe des DN-Wertes.


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E

Einlauf

Glättung der Oberflächenrauhigkeiten bei neuen Gleitpaarungen.


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F

FDA

“Food and Drug Administration” (Nahrungs- und Arzneimittelbehörde) in den USA, zuständig für Gesetze und Bestimmungen auf diesem Gebiet.

Festschmierstoff

Werden meist nur für Schmierungsaufgaben unter extremen Bedingungen (z. B. bei Betrieb im Mischreibungsgebiet) eingesetzt und benötigt. Die bekanntesten sind Graphit, Molybdändisulfid, verschiedene Kunststoffe (z. B. PTFE), Schwermetallsulfide usw. Bestimmung der Festschmierstoffe erfolgt gemäß DIN 51831 und DIN 51832.

Flammpunkt

Flammpunkt ist bei brennbaren Flüssigkeiten eine Messgröße, die es erlaubt, die Brandgefahr abzuschätzen. Je nach Produktart und Höhe des zu erwartenden Flammpunktes sind die gebräuchlichsten Meßmethoden geschlossener (nach DIN 51755) oder offener (nach DIN ISO 2592) Tiegel.

Flüssigkeitsreibung

Liegt vor, wenn aufeinandergleitende Reibflächen durch einen Schmierstoff vollständig getrennt sind, so dass keinerlei direkte Berührung mehr stattfindet. Verschleiß tritt nicht mehr auf. Die Viskosität, Temperatur, Schergefälle und das Druckverhalten des Schmierstoffes bestimmen die Flüssigkeitsreibung.

Fresser

Entstehen, wenn der Schmierfilm durchbrochen wird und somit Oberflächenrauhigkeitsspitzen miteinander verschweißen.


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G

Gewindereibung

Gewindereibung wird auf einem Schraubenprüfstand ermittelt. Nach DIN 946 erhält man die Reibzahl µ einer Schraubverbindung beim Anziehen von Schrauben und Muttern. Gewindeabmessung, Werkstoff und Art der Oberfläche sind anzugeben.

Grenzreibung

Tritt auf, wenn bei einem Reibungsvorgang der Schmierfilm durchbrochen oder zerstört wird. Durch Reibungsverhältnisse, wie Druck oder Geschwindigkeit, kommt es zur Berührung der Werkstoffpaarung. Beim An- und Abfahren sowie wechselnder Drehrichtung lässt sich das Grenzreibungsgebiet, bevor es zur Bildung eines tragenden Schmierfilmes kommt, nicht vermeiden.

Grenzschmierung

Liegt vor, wenn zwei aufeinandergleitende Flächen sich in Anwesenheit eines Schmiermittels noch stellenweise berühren.

Grundöl

Trägerflüssigkeit für Pasten, Fette, Öle.


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H

HT-Schmierstoff

Geeignet für Dauertemperaturen von über +140°C.

Hydrodynamische Schmierung

Gleitpartner werden durch flüssigen Schmierfilm vollständig voneinander getrennt.


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I

Industrieschmierstoffe

Schmieröle und Schmierfette für industrielle Aggregate und Maschinen (DIN 51502, DIN ISO 6743 Teil 0).

Inhibitoren

Alterungsschutzstoffe (Hemmstoffe), die bestimmte Reaktionen verzögern bzw. verhindern.


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K

Konsistenzeinteilung

Die Konsistenz eines Schmierfettes wird nach DIN ISO 2137 mit einem Penetrometer gemessen, wobei das Fett vor der Messung gewalkt wird, um die Beanspruchung in einem Lager nachzuahmen. Die Eindringtiefe eines Konus erlaubt die Zuordnung in eine Konsistenzklasse gemäß NLGI (National Lubricating Grease Institute) gemäß DIN 51818.

Kurzbezeichnung

Die Kurzbezeichnung nach DIN 51502 gibt Auskünfte über die Schmierfettart, Verwendbarkeit, Konsistenz-Klassen (NLGI) und des Einsatztemperaturbereiches von Schmierstoffen.


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M

Mischreibung

Ist ein Reibungszustand bei dem Grenzreibung und Flüssigkeitsreibung nebeneinander bzw. nacheinander vorkommen. Die Oberflächenrauheiten (Rauhigkeitsspitzen) sind teilweise getrennt, teilweise kommt aber auch Berührung vor, so dass Verschleiß entsteht. Oder ein Schmierzustand, bei dem teilweise Festkörperreibung neben hydrodynamischer Schmierung besteht.

MoS2

Chemische Formel für Molybdändisulfid (Mineral Molybdänit). Ein Festschmierstoff mit Schichtgitterstruktur. Bei richtiger Einarbeitung in die Metalloberfläche kann dieser feste Körper mit lamellarer Struktur den Reibwert der Oberfläche eine zeitlang herabsetzen.


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N

Notlaufschmierung

Wird durch Festschmierstoffe erreicht, wenn bei Fett- oder Ölschmierstoffen Mangelschmierung auftritt.

NSF

NSF International ist eine unabhängige Organisation mit Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika, die anhand festgelegter Standards prüft, ob Produkte für den Einsatz z. B. in der Lebensmittelindustrie geeignet sind. Sie ist die Nachfolgeorganisation der USDA/FDA.


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O

Ölabscheidung

Ölabscheidung in Gewichts-% wird nach DIN 51817 gemessen, wobei das zu prüfende Schmierfett mit Druck und Temperatur beaufschlagt wird.

Oxidation

Die Oxidation ist ein Verbrennungsvorgang. Es erfolgt hierbei eine Sauerstoffanlagerung an bestimmte Elemente bzw. Moleküle. Bei Kohlenwasserstoffen treten Eindickung, Lackbildung, Polymere, korrosiv wirkende Radikale usw. auf.


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P

Passungsrost

Korrosion, die an Passungen auftritt, welche Schwingungen mit Mikroreibbewegungen ausgesetzt sind. Sofortige Rostbildung an Abriebteilchen von Stahl.

Penetration

Messgröße zur Festlegung der Konsistenz (Verformbarkeit) von Schmierfetten. Bei Schmierfetten ist sie die Strecke, um die ein Kegel bestimmter Abmessung senkrecht in die zu untersuchende Probe unter vorgeschriebenen Bedingungen (DIN ISO 2137 bzw. DIN 51804) eindringt.
Ruhepenetration: Bei +25°C gemessene Penetration einer Schmierfettprobe, die nicht im Fettkneter vorbehandelt worden ist.
Walkpenetration: Unter Walkpenetration wird die Konuspenetration verstanden, die unmittelbar nach der Behandlung der Probe mit 60 Doppeltakten innerhalb einer Minute im Schmierfettkneter bei +25°C bestimmt wird.

Press-Fit-Test

Press-Fit-Test gibt Aufschluss über das Verhalten und die Haftung von Festschmierstoffen bei sehr hohem Druck und geringer Gleitgeschwindigkeit. Es wird die Reibungszahl µ gemessen und festgestellt, ob Ruckgleiten (Stick-Slip) auftritt. Beide Ergebnisse sind wichtig für die Anwendungen bei Montagearbeiten (z. B. Aufpressfertigung) oder bei Gleitbahnen und Führungen (z. B. Werkzeugmaschinen).


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R

Reibung

Reibung ist der mechanische Widerstand gegen die Relativbewegung zweier Oberflächen. Reibung ist in der Schmierungstechnik unerwünscht, weil damit Energieverluste, Reibungswärme und Verschleiß verbunden sind. Bei der Bewegung von Werkstoffpaaren aufeinander unterscheidet man folgende Reibungszustände:
Trockene Reibung – Grenzreibung (Anlaufreibung, Festkörperreibung, Oberflächensichtreibung),
Halbflüssige Reibung – Mischreibung (von Grenzreibung bis Flüssigkeitsreibung),
Flüssige Reibung – Flüssigkeitsreibung (hydrodynamische Reibung).

Reibungszahl oder Reibungskoeffizient µ (my)

Zur Ermittlung der Reibung dient die Formel (nach Coulomb) Reibzahl µ = FR (Reibungskraft = Zugkraft)
FN (Normalkraft = Gewicht). Die Arten der Reibung lassen sich in Gleitreibung, Bohrreibung, Rollreibung und Wälzreibung einteilen. Reibzahl µ = Reibungskoeffizient.

Raumtemperatur (RT)

Raumtemperatur; definiert nach DIN 50014 = +23°C bei 50% relativer Luftfeuchtigkeit.

Ruckgleiten

Ruckgleiten (auch Stick-Slip) tritt bei unzureichender Trennwirkung des Schmierstoffes auf, da die Anfangsreibung höher ist als die Bewegungsreibung.


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S

Salzsprühnebeltest

Salzsprühnebeltest simuliert salzhaltiges Klima nach DIN 50021 SS, wobei beschichtete Bleche einem definierten Salznebel ausgesetzt sind. Beobachtet wird, nach wieviel Stunden Rostspuren auftreten.

Schmierfette

Schmierfette sind konsistente Gemische aus Dickungsmitteln und Ölen. Metallseifen-Schmierfette (Kalk-,Al, Ba, Li, Na, Pb- und Komplexseifen-Schmierfette usw.), die sich aus Fettsäuren und Laugen als Metallseifen (Dickungs- oder Quellmitteln) und Schmierölen zusammensetzen; Metallseifen, Schmieröle und Herstellungsprozess bestimmen die Struktur, Konsistenz, Gebrauchseigenschaft, Einsatzart usw. Seifenfreie Schmierfette mit anorganischen Gelbindern (Kieselgel, Silikagel, Betonit usw.) oder organischen Dickungsmitteln (PE, PP, Polyharnstoffen usw.) und Schmierölen. Synthetische Schmierfette, die sich aus organischen oder anorganischen Dickungsmitteln und Syntheseölen (Ester-, Silikon-, Polyglykol, Polyphenyletherölen usw.) zusammensetzen.

SKF-EMCOR-Verfahren

Wird zur Beurteilung von korrosionsverhindernden Eigenschaften von Wälzlager-Schmierstoffen angewandt. Dabei wird dem Fett Wasser zugegeben und in Pendelkugellagern mit definierter Laufdauer, Drehzahl und bestimmten Stillstandszeiten gemäß DIN 51802 auf Korrosion untersucht. Ergibt sich bei Sichtprüfung der Prüfringe keine Korrosion, so ist der Korrosionsgrad 0. Bei sehr starker Korrosion ist die max. Note 5.

Syntheseöle

Im Unterschied zu Ölen aus der Natur - Mineralöle, pflanzliche und tierische Öle – durch chemische Prozesse gewonnen. Dadurch bestimmte Vorteile erzielbar, wie geringe Neigung zur Verkokung, tiefer Pourpoint, gute Beständigkeit gegen Chemikalien und oft ausgezeichnetes Viskositäts-Temperaturverhalten. Für Schmierstoffe finden z. B. synthetische Kohlenwasserstoffe, Ester, Polyglykole, fluorierte Öle und Siliconöle Verwendung.


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T

Tieftemperaturschmierstoff

Geeignet für Dauertemperaturen unter -20°C.

Tribologie

Die wissenschaftliche Erforschung und technische Anwendung von Reibung, Verschleiß und Schmierung unter Berücksichtigung von Konstruktion, Werkstoffkunde, behördlicher Vorschriften usw. umfasst das Gebiet der Tribologie.

Tropfpunkt

Tropfpunkt (in °C) ist bei einem Schmierfett die Temperatur, bei der, gemessen nach DIN ISO 2176, die Verflüssigung eintritt. Er liegt wesentlich über der empfohlenen oberen Grenze der Einsatztemperatur. Bestimmte Fettverdicker verflüssigen sich allerdings nicht, d.h. sie sind ohne Tropfpunkt.


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U

Unterschied: Öl, Fett, Paste

Öl: Dünnflüssiges Schmiermittel aus einem oder mehreren Ölsorten für sich schnellbewegende Teile mit relativ niedrigem Flächendruck.
Fett: Masse aus Öl und Eindicker (Seifenmatrix). Durch Druck und Dynamik wird das in dem Eindicker gespeicherte Öl abgesondert. In der Ruhephase nimmt der Eindicker das Öl wieder auf. Für sich mittel bis schnell bewegende Teile mit höherem Flächendruck.
Paste: Sehr hochviskose Masse aus Festschmierstoffen, Trägeröl und Eindicker für statisch und sich langsam bewegende, hochbeanspruchte Teile mit extrem hohem Flächendruck.

USDA

United States Department of Agriculture (Landwirtschaftsministerium in den USA).
USDA-H1: Bezeichnungsklasse für geprüfte und zugelassene Schmierstoffe, die in gelegentlichen, technisch unvermeidbaren Kontakt mit Lebensmitteln kommen können.
USDA-H2: Bezeichnungsklasse für Schmierstoffe, die nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen dürfen.


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V

Verdampfungsverlust

Gemäß DIN 58397 wird dieser bei hohen Temperaturen über eine vorgegebene Zeit untersucht. Der Verlust an verdampftem Öl in Gewichts-% sollte möglichst gering sein.

Verschleiß

Entsteht nach Durchbrechen des Schmierfilms, wenn sich die Gleitpartner berühren und aneinander reiben.

Viskosität

Viskosität eines Öles, als Maß für die innere Reibung, wird je nach Produktart mit verschiedenen Messgeräten festgestellt. Die Ermittlung der kinematischen Viskosität erfolgt mit dem Ubbelohde-Viskosimeter bei +40°C und bei +100°C, um den Abfall der Viskosität bei höheren Temperaturen beurteilen zu können.

VKA

VKA ist die Abkürzung für Vierkugelapparat, mit dem Schweißkraft und Verschleiß bei punktförmiger Berührung gemessen werden. DIN 51350 beschreibt den Testvorgang. Die Schweißkraft [N] ist die Prüfkraft, bei der das Verschweißen der einzelnen Kugeln miteinander eintritt. Der Verschleißkennwert [mm] ist der mittlere Durchmesser der Kalotten, die sich bei konstanter Belastung nach definierter Prüfzeit bilden.


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W

Wasserbeständigkeit

Zur Prüfung des Verhaltens von Schmierfetten gegenüber Wasser gibt es eine statistische und eine dynamische Prüfung. Es wird untersucht, wie der Einfluss von Wasser bei verschiedenen Temperaturen auf ein Schmierfett einwirkt (DIN 51807).

 


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Letzte Änderung: 10.07.2006   14:30 Copyright © 2006-10  
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