Industrie
Notfang-Montage an einer Schwebebahn
Schwebebahnen gehören seit über einem Jahrhundert zu den faszinierendsten Transportsystemen der Welt. Die wohl bekannteste unter ihnen, die Wuppertaler Schwebebahn, wurde bereits 1901 in Betrieb genommen. Sie steht bis heute für technische Innovation und zukunftsorientierte Mobilität. Anders als herkömmliche Bahnen bewegen sich Schwebebahnen hängend an einer erhöhten Fahrstrecke – meist durch Städte oder urbane Ballungsräume. Diese besondere Bauweise bietet zahlreiche Vorteile: Sie spart Platz auf der Straße, ist leise, effizient und unabhängig vom Straßenverkehr. Heute sind Schwebebahnen weltweit in verschiedenen Ausführungen im Einsatz – als Teil des öffentlichen Nahverkehrs, als Flughafen-Shuttles oder in Industrieanlagen. Schwebebahnen verlangen nicht nur höchste Präzision in der Konstruktion, sondern auch bei Wartung und Instandhaltung. Denn im laufenden Betrieb müssen Reparaturen oft schnell, sicher und dauerhaft präzise durchgeführt werden. Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Notfang-Montage an einer Schwebebahn.
Was ist ein Notfang – und warum ist er so wichtig?
Ein Notfang ist eine mechanische Fangvorrichtung am Drehgestell der Schwebebahn. Seine Aufgabe: Im Falle eines Defekts – etwa bei einem Bruch der Achse oder Drehmomentstütze – das Fahrwerk auffangen und ein Herausfallen aus der Fahrspur verhindern. Gerade bei der Schwebebahn, die sich in mehreren Metern Höhe durch die Stadt bewegt, ist dieses Bauteil essenziell. Der Notfang greift nur im äußersten Fall ein – aber wenn, dann muss er millimetergenau sitzen und absolut zuverlässig funktionieren. Damit das gewährleistet ist, kommt es bei der Montage auf höchste Präzision an. Schon kleinste Unebenheiten an der Anlagefläche können dabei zum Problem werden – genau hier setzt das folgende Praxisbeispiel an.
Anwendungsbeispiel: Notfang-Montage an einer Schwebebahn
Durch den Produktionsprozess ist die Anlagefläche inklusive angeschweißter Montage-Laschen neuer Drehgestelle für die Montage des Notfangs nicht durchweg plan und weist teils mehrere Millimeter Spalt zum Notfang auf. Gerade bei sicherheitsrelevanten Komponenten wie dem Notfang, ist jedoch eine exakte Passform und kraftschlüssige Verbindung entscheidend für die zuverlässige Funktion. Die folgende Anwendung zeigt, wie man die Notfang-Montage in diesem Fall an der Schwebebahn durchgeführt hat:
Schritt für Schritt Anleitung
1. Vorbereitung der Fläche: Die Anlagefläche am pulverbeschichteten Drehgestell wird angeschliffen und mit WEICON Reiniger S gereinigt, um eine gute Haftung der Vergussmasse sicherzustellen.
2. Formplatte vorbereiten: Eine Formplatte aus VA(Edelstahl) wird ebenfalls gereinigt und mit WEICON Formtrennmittel (FTM F1000) bestrichen – damit der Verguss von WEICON WR nach dem Aushärten an der Anlagefläche keine Verbindung an der Formplatte eingeht, die im Nachgang wieder demontiert wird.
3. Verarbeitung von WEICON WR: Mit WEICON WR wird die Formplatte ausgegossen und nachfolgend an die Anlagefläche angedrückt, sodass sich die Masse exakt an die unebene Form anpasst und dadurch eine plane Gegenfläche entsteht, die man auch als gegossenes Passstück bezeichnen kann.
4. Aushärten lassen: Nach dem Aushärten wird die Formplatte wieder abgenommen. Das Epoxidharz WEICON WR bleibt auf der Anlagefläche und bildet nun eine optimale, ebene, kraftschlüssige Auflagefläche für den Notfang.
5. Montage des Notfangs: Der Notfang wird nun auf dieser neuen, ebenen Fläche montiert. Die Schrauben werden nach dem Anziehen mit Schraubensicherungslack (gelb) plombiert bzw. markiert.
Effiziente Lösung für einen sicheren Fahrbetrieb
Die Notfang-Montage an einer Schwebebahn stellt hohe Anforderungen an Präzision und Zuverlässigkeit. Die hier eingesetzte Anwendung stellt eine kraftschlüssige Verbindung sogar auf unebenen Flächen sicher. Man nutzt ein Formtrennmittel, sodass man den Notfang nach dem Gießen vom Passstück demontieren kann. Dadurch entfällt das Verkleben mit dem Verguss – ein klarer Vorteil für Wartung und Revision. Die Methode wird inzwischen standardmäßig zur Umrüstung älterer Drehgestelle mit Stahl-Notfängen eingesetzt, da sich Stahl-Notfänge als unvorteilhaft bei der Streckenüberwachung mit Sensoren dargestellt haben. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie durchdachte Technik und einfache Mittel zu einer nachhaltigen und sicheren Lösung im laufenden Betrieb führen können.