Zuverlässiger Schutz für Maschinen: Die Vorteile von Schmierstoffen
Schmierstoffe sind die unsichtbaren Helden in jeder Maschine. Sie reduzieren Reibung, verhindern Verschleiß und sorgen dafür, dass Maschinen effizient und zuverlässig arbeiten. Ob Schmieröl, Fett, Montagepaste oder Trockenschmierstoff – jeder Typ hat seine besonderen Vorteile und Einsatzbereiche. Mit der richtigen Schmierung lassen sich Ausfälle minimieren, Lebensdauer verlängern und die Leistung Ihrer Maschinen langfristig sichern.
Wozu sind Schmierstoffe da?
In erster Linie schützen Schmierstoffe vor Verschleiß. Verschleiß entsteht durch dauerhafte Bewegung zweier Teile gegeneinander und die damit verbundene Reibung. In der Folge nutzen sich die Oberflächen ab und es kommt zu Materialverlust. Auch durch chemische oder thermische Beanspruchung kann Verschleiß entstehen. Schmierstoffe sind daher unerlässliche Begleiter der Industrie und finden an einer Vielzahl von Bauteilen und Maschinen Verwendung. Bei den Schmierstoffen lässt sich unterscheiden zwischen Schmierölen, Schmierfetten, Schmierpasten und Trockenschmierstoffen.
Wozu dient Schmieren?
Schmierstoffe werden eingesetzt, um eine Trennschicht aufzubauen und so die Reibung zwischen zwei sich gegeneinander bewegenden Teilen zu verringern. Sie unterstützen die Kraftübertragung, sorgen für eine ausreichende Wärmezufuhr oder Kühlung, dämpfen Schwingungen, können Systeme abdichten und vor Korrosion schützen.
Was ist beim Warten von Maschinen zu beachten?
Nach einiger Zeit verbrauchen sich Schmierstoffe und müssen in regelmäßigen Abständen erneut aufgetragen werden. Die Handbücher der Maschinenhersteller geben Auskunft darüber, in welchen Intervallen das Nachschmieren erforderlich ist. Maschinen über lange Zeiträume mit verbrauchtem Schmierstoff zu betreiben, kann zu Schäden und sogar zu Maschinenausfällen führen.
Wann wird welcher Schmierstoff eingesetzt?
Grundsätzlich hängt die Auswahl des richtigen Schmierstoffs von den individuellen Anforderungen und vor allem auch von der Bauart einer Maschine und deren Einsatzbereich sowie Funktionsweise ab. Die Basis der Schmierstoffe sagt etwas über die grundlegenden Eigenschaften und deren Mischbarkeit aus.
Schmierstoffe im Überblick
Montagepasten
Montagepasten verfügen über einen hohen Anteil an Festschmierstoff – in der Regel zwischen 30 und 50 Prozent. Damit sind sie für hohe Betriebstemperaturen, hohe Druckbelastung oder dauerhafte Freiwetterbedingungen bestens gewappnet. Sie schützen vor Oxidation, Korrosion, Passungsrost, Stick-Slip-Effekten sowie „Kaltverschweißen“. Montagepasten werden dort eingesetzt, wo wenig bis keine Bewegung stattfindet, aber sehr hohe Kräfte wirken. Deshalb sind sie der ideale Schmierstoff für Schraubverbindungen oder das Einpressen von Stiften und Bolzen. Sie stellen sicher, dass Schraubverbindungen „halten“, aber eine Demontierbarkeit jederzeit gegeben ist.
Schmieröle
Schmieröle bzw. Multifunktionsöle besitzen einen hohen Grundöl-Anteil. Der Vorteil von Schmierölen ist ihr sehr feiner Schmierfilm. Aufgrund ihrer niedrigen Viskosität sind Schmieröle für schwer zugängliche Stellen an Maschinen bestens geeignet. Außerdem kühlen sie und lösen Verunreinigungen. Sie kommen mit hohen Drehzahlen an Getrieben, Ketten oder Lagern sehr gut zurecht.
Schmierfette
Schmierfette haben gegenüber Schmierölen eine höhere Viskosität und sind standfest, weshalb sie besser und länger auf der Reibstelle haften. Schmierfette sind besonders druckstabil und kommen zum Einsatz, wenn hohe Kräfte bei niedriger Geschwindigkeit auf die Oberflächen einwirken. Dies ist der Fall an Gelenken, Hebeln, Gleitführungen, Spindeln, Wellen, Getrieben oder Wälz- und Gleitlagern. Auch Schmierfette bestehen zu einem großen Anteil aus einem Grundöl, hinzu kommen Verdicker und Additive.
Trocken-
schmierstoffe
Als Ergänzung gibt es noch die Gruppe der Trockenschmierstoffe. Sie lassen sich in pulverförmige Festschmierstoffe, wachsähnliche Gleitfilme und in feststoffhaltige Gleitlacke einteilen. Auch Trockenschmierstoffe bilden einen sehr feinen und dabei trockenen und festhaftenden Schmierfilm. Sie besitzen eine hohe Druckbeständigkeit und verhindern das Anhaften von Schmutz. Außerdem schützen sie vor Stick-Slip-Effekten, erleichtern die Montage und Demontage, schützen vor Korrosion und reduzieren maschinelle Geräusche. Als Beispiel sei unser Gleitlack-Spray MoS2 genannt. MoS2 ist ein weiches Mineral, was im Fett enthalten für eine hohe Druckbeständigkeit sorgt. Das Spray kann beispielsweise an offenen Gleitflächen, die einer Staubbelastung ausgesetzt sind, an Förderbändern und überall dort, wo eine Öl- oder Fettschmierung nicht zulässig oder erwünscht ist, zum Einsatz kommen.
Schmierstoffe im Vergleich - Einsatzbereiche & Eignung
| Anwendung / Kriterium | Montagepaste | Schmieröl | Schmierfett | Trockenschmierstoff |
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Reibungsreduktion & Verschleißschutz
Reduziert Metall-Metall-Kontakt, verhindert Abrieb und verlängert die Lebensdauer. Beispiele: Wälzlager, Getriebe, Scharniere
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Wärmeabfuhr / Kühlung
Leitet Wärme ab und verhindert Überhitzung. Beispiele: Elektromotoren, Hochgeschwindigkeitslager
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Korrosionsschutz
Schützt Metallteile vor Rost und chemischer Beanspruchung. Beispiele: Lager, Schrauben, Werkzeuge
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Abdichtung, Schwingungsdämpfung, Geräuschreduktion
Dichtet Bauteile ab, reduziert Vibrationen und Geräusche. Beispiele: Türscharniere, Gleitlager, Maschinengehäuse
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Einfluss der Umweltbedingungen
Widerstand gegen Staub, Feuchtigkeit, Chemikalien oder extreme Temperaturen. Beispiele: Outdoor-Maschinen, Chemieanlagen
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Viskosität / Fließverhalten
Bestimmt, wie gut der Schmierstoff fließt und verteilt wird. Beispiele: Dünnflüssige Öle für Sprühanwendung, dicke Fette für Wälzlager
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Grundöltyp & Additive
Mineralisch, synthetisch oder biologisch, beeinflusst Schmierwirkung und Haltbarkeit. Beispiele: Hochdruckadditive, Korrosionsinhibitoren
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Temperaturbereich
Geeignet für niedrige bis hohe Temperaturen. Beispiele: –20 °C bis +190 °C für Fette, –50 °C bis +210 °C für Öle
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Belastung (Druck / Geschwindigkeit)
Geeignet für Hochdrucklager, Getriebe oder schnelle Bewegungen. Beispiele: Wälzlager unter schweren Lasten
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Hinweis: Diese Tabelle dient zur Orientierung. Für exakte Anwendungen bitte technische Datenblätter und Herstellerangaben prüfen.
Unterschiede der Zusammensetzung
Montagepasten
Schmieröle
Schmierfette
Anwendung und Pflege
Regelmäßige Schmierung ist entscheidend, um Schäden an Maschinen und Bauteilen zu verhindern. Die richtigen Schmierintervalle hängen dabei von der jeweiligen Belastung, den Umgebungsbedingungen und den Empfehlungen des Herstellers ab. Ein Wartungsplan oder Kalender kann helfen, die Intervalle übersichtlich zu organisieren.
Für das Auftragen des Schmierstoffs stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Pinsel, Spray, Kartuschen oder Zentralschmieranlagen – je nach Anwendung ist die passende Applikationsmethode zu wählen.
Bevor neuer Schmierstoff aufgetragen wird, sollte zudem die alte Schicht gründlich entfernt werden. Nur so kann der neue Schmierstoff seine volle Wirkung entfalten.
Vorteile einer optimalen Schmierung
✓ gesteigerte Produktivität, Qualität und Zuverlässigkeit
✓ höhere Maschinenverfügbarkeit durch längere Wartungsintervalle
✓ niedriger Verschleiß und damit minimierte Ausfallzeiten
✓ Reduzierung von Lärm aufgrund von Reibung
✓ längere Standzeit von Maschinen und Anlagen
Kontakt & Beratung – Wir sind für Sie da
Bei Fragen rund um unsere Schmierstoffe steht Ihnen unser WEICON-Team jederzeit zur Verfügung. Unser Support berät Sie bei der Auswahl, gibt Anwendungsempfehlungen und unterstützt Sie bei allen technischen Fragen. So stellen wir sicher, dass Sie optimale Ergebnisse bei der Nutzung unserer Produkte erzielen.